Martin Kind – Markenbotschafter „Bundesverband Osteopathie e. V.“

„Wie stark ein Verband ist, spürt man vor allem dann, wenn die Zeiten schwierig sind.“



Im Juli 2020 hatte ich einen wunderbaren Außentermin in der Geschäftsstelle des BVO – Bundesverband Osteopathie e.V. in Bad Alexandersbad (https://bv-osteopathie.de/).

Die Geschäftsführerin Christine Berek hatte mich bereits im Februar 2020 zu einem „Tässchen Kaffee“ eingeladen. Durch Corona hat dies nun doch ein bisschen länger gedauert, bis wir uns am 1. Juli 2020 getroffen haben.

Zusammen mit Michael Galimbis (stellvertretender Geschäftsführer) und dem 1. Vorsitzenden Georg Schöner war es ein guter Gedankenaustausch über Dinge, welcher der Verband für uns Mitglieder tut.

Kern des Treffens war aber die Frage des Verbands nach den Wünschen und Bedürfnissen der Therapeuten in den Praxen und auch wie man die Zukunft der Osteopathie sieht.
Ich habe mich gefreut Gast gewesen zu sein, den Verband vor Ort einmal mit den Menschen dahinter kennen gelernt zu haben. Schön, dass ich diesem Verband BVO zugehöre!

Nach diesem Treffen wurde ich im Herbst gefragt, ob ich nicht als Markenbotschafter des BVO fungieren möchte. Über diese Anerkennung habe ich mich sehr gefreut, ist der BVO doch der oder einer der größten Verbände von uns Osteopathen. Alleine „das gefragt werden“ erfüllt einen mit Stolz. Es wurden ein paar Dinge miteinander abgesprochen und ich habe der Sache gerne zugestimmt.

Nun bin ich Markenbotschafter des  BVO.

Heute habe ich die neueste Ausgabe der „DO – Deutsche Zeitschrift für Osteopathie“ aus dem Thiemeverlag in der Hand gehalten (Auflage 6800, Hintergrundinfos zur Publikation).
Ist schon ein cooles Gefühl in einer so großen Fachpublikation, sich ganzseitig für den BVO abgedruckt zu sehen!

Nun fragt man mich, warum tut man sich so etwas an? Grundsätzlich tut es mir nicht weh! Und jedes Unternehmen, jeder Verein und auch die Verbände leben von der „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Hier unterstütze ich gerne meinen Verband, welcher sich glücklicherweise auch noch vor meiner Haustüre in Bad Alexandersbad befindet!

Der BVO hat mich als Therapeuten und Unternehmer im verrückten Jahr 2020 hervorragend durch die Pandemie-Situation geführt. Gewiss nicht alleine, aber er war einer von drei wichtigen Säulen, welche mich essentiell unterstützt haben! Ich wurde zeitnah, umfangreich, verständlich und auf moderne Art und Weise vom BVO-Team informiert und unterstützt. Eben ein idealer Partner, auf den man immer zählen kann!

Hier ein paar wichtige Informationen über meinen Verband. Die Positionen des BVO:

Osteopathie anerkennen

Der BVO setzt sich seit seiner Gründung für die berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie ein. Und dieses Engagement hat bereits Früchte getragen: 

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür entschieden, ein Berufsgesetz für die Osteopathie auf den Weg zu bringen und eine bundesweit gültige Legitimation für die Ausbildung und Ausübung der Osteopathie zu schaffen. Hierfür stehen wir, der BVO, regelmäßig mit politischen Entscheidungsträgern im Austausch, um im Sinne der Patienten und unserer Mitglieder unsere Forderungen an die Politik heranzutragen. 


Berufsgesetz für die Osteopathie

EIN KLAR UMRISSENES BERUFSBILD
AUSÜBUNG ALS ANGEWANDTE HUMANWISSENSCHAFT
EINHEITLICHE AUSBILDUNG MIT HOHEN STANDARDS
STAATLICH REGULIERTE AUSBILDUNGSEINRICHTUNGEN
STAATLICH KONTROLLIERTE ZULASSUNG
GESCHÜTZTE BERUFSBEZEICHNUNG
UMFASSENDE QUALTITÄTSSICHERUNG
DIREKTZUGANG
KLARE BERUFSSTÄNDISCHE VORGABEN
BESTANDSSCHUTZ DURCH ÜBERGANGSREGELUNGEN

(https://bv-osteopathie.de/ueber-uns/positionen/)

Leistungen für Mitglieder – Kostenfreie Mitgliedschaft für Osteopathen in Ausbildung!

Dank der kostenfreien Mitgliedschaft für Therapeuten in Ausbildung und Studium können angehende Osteopathen schon von Beginn an Teil einer starken Gemeinschaft werden und von zahlreichen Vorteilen sowie dem Erfahrungsschatz langjähriger Osteopathen profitieren.

Umfängliche Information über die Leistungen erhalten Sie auf der Website des BVO!


Ich wünsche dem BVO weiterhin so erfolgreich für die Zukunft der Osteopathie tätig zu sein!

Auch freue ich mich auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit!


Deckblatt DO – Deutsche Zeitschrift für Osteopathie Januar 2021

Ernährung bei Arthrose

Begleiterscheinungen einer Arthrose durch die richtige Ernährung lindern

Mit Arthrose ist nicht gut Kirschen essen? Keineswegs! Denn mit der richtigen Ernährung kann man die Symptome einer Arthrose beeinflussen.

Nicht nur Menschen im fortgeschrittenen Alter, sondern auch solche mit einer ungesunden Lebensführung oder gar Menschen, die erblich vorbelastet sind, können unter Arthrose leiden. Bei den meisten Experten gilt Arthrose aktuell noch als nicht heilbar, doch die Begleiterscheinungen kann man lindern. Wie? Durch die richtige Ernährung, die entzündungshemmend wirkt und mit ihren Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen dafür sorgt, dass sich das geschädigte Gewebe regenerieren kann. Wie diese Ernährung aussieht, lesen Sie hier.

Was ist Arthrose und was hat Ernährung damit zu tun?

Es handelt sich dabei um eine degenerative Gelenkerkrankung. Die Gelenke sind abgenutzt, allgemein spricht man auch von „Gelenkverschleiß“ über das normale, altersübliche Maß hinaus. Ursachen gibt es zahlreiche: Übergewicht belastet die Gelenke, doch auch eine erbliche Veranlagung, Nikotin und Alkohol, zu wenig Bewegung und eine falsche Ernährung fördern die Arthrose. Darüber hinaus werden manche Menschen mit einer Fehlstellungen ihrer Gelenke geboren, manchmal ergibt sich diese aber auch durch Unfälle. Als Folge einer Arthritis (Gelenkentzündung) entsteht in vielen Fällen und bei verspäteter Behandlung Arthrose . Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein, doch häufig tritt die Arthrose an Knie , Hüfte, Händen oder im Sprunggelenk , seltener an der Schulter oder im Fuß auf.

Symptome der Arthrose sind:

  • belastungsabhängiger Schmerz
  • Gelenkerguss bei aktivierter Arthrose
  • fortschreitende Deformation des Gelenks
  • Gelenkgeräusche

Eine Arthrose kann aber auch symptomlos bzw. anfänglich schmerzfrei verlaufen. Da die Erkrankung aufgrund erblicher Vorbelastung auch familiär weitergegeben werden kann, sollten Menschen in ihrer Familie forschen, ob bei älteren Verwandten gehäuft Fälle von Arthrose auftreten.

Der Verlauf der Erkrankung lässt sich aber durch geeignete Maßnahmen, wie zum Beispiel einer Ernährungsumstellung, aufhalten bzw. die Begleiterscheinungen lassen sich lindern.

Warum ist die gesunde Ernährung bei einer Arthrose wichtig?

Generell ist angemessener Sport und eine ausgewogene Ernährung wichtig, um Gelenkversteifung vorzubeugen. Um Arthrose zu behandeln, sind Sport und richtige Ernährung ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Der Aufbau der Knochen- und Knorpelsubstanz im Gelenk hängen sehr stark von der Ernährung ab. Eine gesunde Ernährung wird daher den Verlauf einer Arthrose positiv, eine ungesunde Ernährung hingegen negativ beeinflussen. Gesättigte Fettsäuren etwa, wie sie im Fastfood gehäuft anzutreffen sind, beeinflussen das Erkrankungsrisiko sehr deutlich, wie eine 2017 im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie belegt. Als gefährlich gilt unter anderem ein Mangel an Vitamin C, während die glutenfreie und vegane Ernährung entzündungshemmend wirkt.

Wie sieht eine gesunde Ernährung bei Arthrose aus?

Die Ernährung soll drei Ziele erreichen:

  1. Abbau von Übergewicht, das die Gelenke belastet,
  2. Vermeiden ungesunder Inhaltsstoffe,
  3. Zufuhr wertvoller Inhaltsstoffe.

Eine gesunde Ernährung vermeidet den Aufbau von Fettzellen. Fettzellen produzieren ständig entzündungsfördernde Stoffe, die in den Gelenken ihre prekäre Wirkung entfalten. Empfohlen wird daher folgende Ernährung:

  • vorwiegend vegan, um wenig entzündungsfördernde Arachidonsäure zu verzehren (enthalten in tierischen Lebensmitteln)
  • vorwiegend glutenfrei, um den Darm zu entlasten und Entzündungen vorzubeugen
  • vollwertig mit vielen Vitalstoffen, um die Gelenke zu versorgen
  • eher basisch als sauer, um chronische Übersäuerung zu vermeiden
  • mit vielen Antioxidantien (wirken entzündungshemmend)
  • ohne Alkohol, ohne zu viel Zucker oder Weißmehl und ungesunden Fetten

Richtiges Trinken bei Gelenkverschleiß

Morgens entgiftet unser Organismus. Unterstützend wirkt die Einnahme von viel Wasser oder Basentee. Empfehlenswert sind etwa 2 Liter pro Tag, wobei es an heißen Tagen oder bei sportlicher Betätigung deutlich mehr sein kann. Das Trinken kann unabhängig vom Essen stattfinden, denn Flüssigkeit verdünnt die Verdauungssäfte und fördert damit eine optimale Verdauung. Wichtig sind Getränke möglichst ohne Säureanteil (oder hohem Anteil an Hydrogenacarbonat als ausgleichende Mineralie).

Gesunde Ernährung für die Gelenke

Eine ausgewogene Ernährung hilft Ihnen dabei, sich rundum wohler zu fühlen. Dabei sollten Sie aber darauf achten, welche Lebensmittel die Sympotme von Arthrose verschlechtern (siehe „rote“ Liste) können. Es gibt aber auch viele gesunde Alternativen („grüne“ Liste).

Die „grüne“ Liste

Die folgende Liste zeigt, welche Nahrungsmittel bei Arthrose als gesund gelten:

  • Salate, vor allem dunkelgrüne Sorten mit Beta-Carotin
  • Kohlgemüse mit Glucosinolaten, Beta-Carotin und Calcium
  • Knollengemüse (Kohlrabi, Fenchel, Sellerie) wegen der enthaltenen Nährstoffe und dem Vitamin C
  • Möhren (am besten gekocht)
  • Lauchgemüse, Knoblauch und Zwiebeln wegen der enthaltenen entzündungshemmenden Schwefelverbindungen
  • Pilze
  • Beerenobst
  • Kräuter
  • Vollkornprodukte (Haferflocken, Dinkel, Hirse, Naturreis)
  • Kartoffeln
  • Magermilchprodukte
  • Kaltwasserfische (Lachs, Hering, Makrele, Forelle, Sardinen, Kabeljau, Heilbutt)
  • Knochen- und Knorpelbrühe

Die „rote“ Liste

Die im Folgenden genannten Lebensmittel sollten sie eher meiden:

  • fettreiche und gezuckerte Milchprodukte (enthalten die entzündungsfördernde Arachidonsäure)
  • Weißmehlprodukte und helle Nudeln
  • geschälter Reis
  • Pommes, Kroketten und Reibekuchen (fettreich und reich an entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren)
  • fettes Fleisch und Wurst
  • fetter Fisch
  • Schweinefleisch (enthält Arachidonsäure)
  • Öle mit Omega-6-Fettsäuren (Sonnenblume, Maiskeim, Distel)
  • Zucker und Süßigkeiten
  • Chips und salzige Knabbereien
  • Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol

Weitere Maßnahmen, um die Symptome einer Arthrose zu lindern

Empfehlenswert ist eine Reduzierung von Übergewicht. Darüber hinaus ist es für jeden Menschen wichtig, schon in jüngeren Jahren (spätestens ab Mitte 30) die Muskulatur in allen Gelenkbereichen zu stärken

Eine starke Muskulatur mindert die Last auf den Gelenken und damit den Verschleiß. Harte Fälle von Arthrose bedürfen allerdings einer medikamentösen und/oder chirurgischen Therapie. Auch Akupunktur und Physiotherapie führt zum Erfolg.

Wie könnte eine gesunde Ernährung bei Arthrose im Alltag aussehen?

Sie könnten zum Frühstück frische Früchte und Salate mit etwas Vollkornbrot essen, sollten jedoch nicht Joghurt mit den Früchten mischen.

Mittags sollten Sie, im Gegensatz zum traditionellen Mittagsmenü, eher zu Rohkost greifen. Salate sind wertvoll, aber nur Vitalkostsalate aus den oben aufgelisteten Obst- und Gemüsesorten. Blattsalate und Kräuter frischen nicht nur den Mittagssnack auf, sie können auch ganz leicht mit frischem Wurzelgemüse kombiniert werden.

Zum Abendessen eignen sich leicht verdauliche Gemüsesuppen mit Brennnesseltrieben, die die Knorpelregeneration unterstützen. Dazu passt Vollkornbrot ideal.

Die hier vorgestellte Ernährung ist vegan, doch Fleisch und Wurst sind keinesfalls verboten. Sie sollten nur äußerst fettarm sein (Geflügel), auch Eier eignen sich. Bei Käse sollte man die mageren, fettreduzierten Produkte wählen.

Viele Menschen, die ihre Ernährung aus gesundheitlichen Gründen umstellen müssen, backen ihr Brot selbst. Das ist immer anzuraten und macht Spaß. Es gibt viele glutenfreie Brotrezepte für eine gesunde Ernährung, auch sollte das Brot eher basenüberschüssig sein. Diese gesunde Ernährung wirkt insgesamt positiv, hilft beim Abnehmen und macht auch den Kopf wieder frei.

Ideen für eine geeignete Ernährung bei Arthrose und passende Rezepte finden Sie zum Beispiel hier.

Die unbekannten ZEITFORMELN der gesunden Ernährung #2

Können alte Bananen Krebs vorbeugen?

Die Farbe zeigt nicht nur an, wie alt sie ist – sie liefert auch exakte Informationen darüber, welchen Einfluss sie auf den menschlichen Körper hat. Grüne Bananen etwa senken den Blutzuckerspiegel und reinigen die Darmflora. Gelbe Bananen verfügen über viel Antioxidatien zum Schutz vor freien Radikalen. Dunkle Bananen dagegen enthalten sogenannte Tumornekrosefaktoren (TNF), die Krebs vorbeugen können, indem sie in Tumorzellen einen Selbstzerstörungsmechanismus auslösen (Apoptose).

Wie weckt man den Jungbrunnen
in der Kartoffel?

Ethylen ist ein Hormon, das Obst und Gemüse mit Alterung infiziert. Äpfel sondern es in Form von Gas ab, sobald sie reif sind. Kommt anderes Obst oder Gemüse damit in Kontakt, wird dort ebenfalls die Produktion von Ethylen angeregt – und der Alterungs- und Reifeprozess wird beschleunigt. Ausnahme Kartoffeln: Legt man pro „Haushaltsmenge“ (ca. fünf Kilogramm) nur einen Apfel hinzu, tritt aus ihm eine geringe Menge Ethylen aus. Und Studien zeigen, dass das Hormon in niedriger Dosis den Prozess umdreht und den Reife- und Keimeffekt der Kartoffeln sogar deutlich verlangsamt.

Wie funktioniert der 30-Sekunden-Cracker-Test?

Forscher haben herausgefunden, dass manche Menschen Kohlenhydrate besser vertragen als andere – und empfehlen einen einfachen Selbsttest: 30 Sekunden lang einen ungesalzenen Cracker kauen (ohne ihn herunterzuschlucken) und die Zeit stoppen, bis sich der Geschmack verändert, er z. B. süßer wird. Je schneller das geschieht, desto größer ist die Konzentration von Amylase-Enzymen im Mund – und die Fähigkeit, Kohlenhydrate zu verdauen. Tipp: wer nach 0-14 Sekunden eine Veränderung schmeckt, hat eine sehr effiziente Verwertung, wer bei 15-30 Sekunden landet, sollte Kohlenhydrate mit Vorsicht genießen.

Die unbekannten ZEITFORMELN der gesunden Ernährung #1

Eigentlich ist unser Körper nichts anderes als ein biologischer Reaktor mit einer ständigen Betriebstemperatur von 37 Grad Celsius und mit 60 Billionen zellulären und bakteriellen Einzelteilen. Über seinen Stoffwechsel erzeugt dieser Verbrennungsreaktor mechanische Energie (Muskelbewegungen) und 120 Watt Wärmestrom, was eine beeindruckende Leistung ist. Damit unserem Reaktor nicht die Puste ausgeht, müssen wir ihn nicht nur mit Kraftstoff füttern – auch das sogenannte „Nutrient Timing“ ist entscheidend.

Doch überraschenderweise ist der Faktor Zeit für unsere Ernährung bis heute unterschätzt und eher dem Thema Lifestyle zugeordnet als der Wissenschaft. So zeigen Untersuchungen etwa, dass unser körpereigener Bioreaktor ziemlich genau 195 Minuten nach einer sportlichen Aktivität einen „Protein Breakdown“ erleidet – und nun die optimale Zeit ist, um ihn mit Kraftstoff zu versorgen.

Welche Vitamine
SOLLTE MAN NIEMALS ABENDS EINNEHMEN?

Vitamin C unterstützt nicht nur das Immunsystem – es regt auch die Bildung von Noradrenalin an. Dieser Neurotransmitter steuert Funktionen wie Wachheit, Wachsamkeit und die Funktion „Kampf oder Flucht“-Reaktionen des Körpers.
Aus diesem Grund kann Vitamin C die Schlafqualität verschlechtern oder das Einschlafen verhindern, wenn es abends eingenommen wird. Auch Vitamin D hat eine belebende Wirkung, da es die Produktion des Glückshormons Serotonin anregt, was wiederum die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verhindert.

Warum wir
Nudeln eine Nacht stehen lassen sollten

Frisch gekochte Nudeln bestehen zu 70 Prozent aus Kohlehydraten und zwar in Form von sogenannten Mehrfachzuckern (Polysacchariden) – auch bekannt als Stärke. Im Dünndarm wird Stärke von bestimmten Enzymen (Amylasen) zersetzt und in einfachen Zucker verwandelt, das erhöht den Blutzuckerspiegel. Ein Vorgang, den man laut Ernährungswissenschaftlern mit einem Trick abmildern kann:
Lässt man die Nudeln abkühlen und erhitzt sie am nächsten Tag erneut, verändert sich die molekulare Anordnung der Stärke (Kristallisierung).
Es entsteht sogenannte resistente Stärke, die im Dünndarm nicht verdaut werden kann und einen entsprechend niedrigeren Brennwert hat. Zudem wandert die unverdaute resistente Stärke, ähnlich Ballaststoffe, weiter in den Dickdarm. Dabei wird z. B. die Fettsäure Butyrat produziert, die als das Lebenselexier der Zellen in der Darm-Schleimhaut gilt.
Auf diese Weise verringert sich das Risiko von Entzündungen im Darm sowie für Darmkrebs. Nudeln vom Vortag sind in diesem Sinne gesünder als so manches teuer gekaufte Superfood.

Wann wird eine
Paprika zur Super-Zitrone?

Grüne Paprika sind anders als oft behauptet keine billigere Sorte, sondern unreife Paprika (der günstigere Preis erklärt sich durch die kürzere Anbauzeit). Die grüne Farbe ergibt sich in diesem Reifezustand aus dem auch in den Blättern von Pflanzen vorkommenden Chlorophyll, das andere Pigmente überlagert.
Nun dauert es rund drei Wochen, bis das Nachtschattengewächs seine beeindruckende Metamorphose vollziehen kann. In dieser Zeit reichern sich Carotinoide (eine Pigmentgruppe, die der Karotte ihren Namen verdankt) an und färben die Paprika erst gelb, dann orange, dann rot. Gleichzeitig steigt der Vitamin-C-Gehalt rapide an – von rund 80 Milligramm (jeweils pro 100 Gramm) auf 140 Milligramm.
Zum Vergleich: eine Zitrone enthält gerade einmal 50 Milligramm Vitamin C. Doch nicht nur deswegen gilt die Paprika als ultimativer Gesundheits-Booster – und zwar je röter, desto besser.
Auch die in hoher Konzentration vorhandenen Carotinoide sind für den Stoffwechsel extrem wichtig, da sie in unseren Darmzellen zu Vitamin A umgewandelt werden.
Übrigens: Paprika sind kein Gemüse, sondern Früchte (gehören zur Gruppe der Beeren).

Welches Gemüse wird
gesünder, je länger man es kocht?

Generell gilt, dass die meisten Gemüsearten durch erhitzen ihren Gesundeffekt verlieren (Vitamin C z. B. zerfällt schon ab 40°C verstärkt) und andere wertvolle Stoffe zerstört werden.
Zudem geben die Lebensmittel Vitamine an das Kochwasser ab. Doch das trifft nicht auf Tomaten oder Karotten zu – die kann man im Prinzip gar nicht lange genug kochen. Der Grund: je länger man sie erhitzt, desto mehr Betacarotin (Karotten) oder Lycopin (Tomaten) wird freigesetzt.

Testosteronmangel beim Mann: Symptome, die du kennen solltest

Wenn du auf diesen Artikel gestoßen bist, fragst du dich höchstwahrscheinlich, ob du an dein Testosteronspiegel zu niedrig ist. Der Testosteronmangel beim Mann und die Symptome, die dazugehören, sind inzwischen gut erforscht und die Liste ist lang. Denn das männliche Sexualhormon übernimmt im Körper viele wichtige Aufgaben, nicht nur die Fortpflanzung.

Etwa 80% aller Männer leiden im Laufe ihres Lebens unter einem Testosteronmangel, dessen Symptome sich aber ganz verschieden ausprägen. Wir haben für dich die häufigsten, aber auch die eher weniger verbreiteten Symptome zusammengetragen.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME ANTRIEBSLOSIGKEIT, MÜDIGKEIT & DEPRESSION

Das wohl auffälligste Symptom für einen Testosteronmangel beim mann ist eine lähmende Antriebslosigkeit. Du kommst kaum aus dem Bett, hast eigentlich Lust auf nichts mehr kannst dich nicht aufraffen, etwas aktives zu tun. Außerdem bist du auch tagsüber oft müde und sehnst dich eigentlich durchgehend nach deinem Bett.

Diese Antriebslosigkeit kann so weit gehen, dass sich sogar eine Depression einstellt. Solltest du also merken, dass deine Tage immer inaktiver, müder und antriebsloser werden, ohne dass es einen konkreten Grund dafür gibt, solltest du besser früher als später einen Arzt aufsuchen.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME STIMMUNGSSCHWANKUNGEN & REIZBARKEIT

Männer mit zu niedrigem Testosteronspiegel leiden häufig unter starken Stimmungsschwankungen. Mal sind sie super drauf, aber ein kleiner Rückschlag reicht, um sie wieder ins Tal der Tränen zu schicken. Dann zweifeln sie an allem und ziehen sich in sich zurück.

Auch die Reizbarkeit steigt. Man fühlt sich angreifbar und reagiert auf jede noch so kleine Kritik impulsiv und gereizt. Beides liegt daran, dass Testosteron nachweislich Gehirnfunktionen beeinflusst, die für Gemütszustände verantwortlich sind.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME GEDÄCHTNIS- UND SCHLAFSTÖRUNGEN

Doch nicht nur dein Gemüt, Testosteron beeinflusst im männlichen Körper auch das Gedächtnis. Ein Mangel an Testosteron kann daher auch zu einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses sowie Schlafstörungen führen.

Wenn du also auf einmal Dinge vergisst, die für dich vorher nie ein Problem dargestellt haben, und dazu auch noch schlechter schläfst als sonst, solltest du aufmerksam werden und auf weitere Symptome achten.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME LIBIDO, EREKTION & FRUCHTBARKEIT

Wenn die eigene Libido schwächer wird und damit das Verlangen nach Sex schwindet, ist das für die meisten Männer ein absolutes Tabuthema. Viele Männer stoßen erst über dieses Symptom überhaupt darauf, dass sie unter einem Testosteronmangel leiden könnten.

Der Grund für diese Folge dürfte klar sein: Das Sexualhormon treibt die Libido des Mannes. Ist davon zu wenig vorhanden, schwindet sie. Auch die Stärke der Erektion leidet unter diesem Mangel. Natürlich kann beides auch andere, z.B. psychologische Gründe haben. Kannst du diese aber ausschließen, könnte es Zeit werden, dir über einen Testosteronmangel Gedanken zu machen.

Außerdem führt ein Mangel an Testosteron zu einer verringerten Spermienzahl, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigt.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOM MUSKELABBAU

Testosteronpräparate sind nicht von ungefähr unter Bodybuilder beliebter, als sie sein sollten. Denn das Hormon trägt entscheidend zum Muskelwachstum bei. Je mehr Testosteron vorhanden ist, umso effektiver ist Muskeltraining. Testosteron sorgt dafür, dass die Trainingsintensität gesteigert werden kann, was ein stärkeres Muskelwachstum zur Folge hat.

Doch leider ist auch der Umkehrschluss wahr. Ein Mangel an selbigem macht es deutlich schwerer, die gleiche Trainingsintensität an den Tag zu legen. Bei gleicher Intensität hat es der Körper trotzdem schwieriger, das Muskelwachstum anzukurbeln. Auch die generelle Muskelkraft leidet unter diesem Umstand.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME FETT & BAUCHFETT

Doch es kommt noch schlechter. Nicht nur wird das Muskelwachstum verringert, auf der anderen Seite wird die Zunahme von Fett, besonders Bauchfett, begünstigt. Der wohl bekannte Rettungsring, den Männer meist ab einem gewissen Alter entwickeln, ist im Großteil der Fälle auf einen Testosteronmangel (oft aber auch auf einen Mangel an Bewegung) zurückzuführen.

TESTOSTERONMANGEL BEIM MANN: SYMPTOME DER KÖRPERBEHAARUNG

Gerade heutzutage sind Bärte wieder mehr in Mode denn je. Da Testosteron auch für das Wachstum von Körperbehaarung zuständig ist, wird es ohne es schwierig, einen schönen Bart zu hegen. Die Folge eines Mangels sind Flecken im Bart und ein generell geringeres Wachstum der Körperbehaarung, nicht nur beim Bart, sondern am ganzen Körper.

SCHWERE FOLGEN EINES TESTOSTERONMANGELS

Neben diesen Symptomen, die dein Leben durchaus in Mitleidenschaft ziehen können, gibt es auch noch schwere Krankheiten, die erwiesenermaßen durch einen Testosteronmangel begünstigt werden. Diese Krankheiten sind:
Osteoporose, eine Erkrankung des Skeletts, die Knochenschwund verursacht
Diabetes, im Volksmund auch “Zuckerkrankheit” genannt
Ein erhöhter Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck & Aterienverkalkung (Gefäßverstopfung)
Herz- und Gefäßerkrankungen

VIELE SYMPTOME, EINE URSACHE

Wie du siehst, schlägt sich ein Testosteronmangel auf vielfältige Weise auf den männlichen Körper nieder. Natürlich reagiert jeder Mann ein wenig anders auf einen Mangel des Sexualhormons.

Solltest du mal ein paar faule Tage haben, dein Training mal nicht laufen wie gewünscht oder du mal für eine Zeit keine Lust auf Sex haben, mach dich nicht verrückt. Es kann viele verschiedene Gründe dafür geben.

Häufen sich dagegen mehrere Symptome aus dieser Liste und beeinträchtigen dein Leben deutlich, kannst du dich beim Facharzt für Endokrinologie beraten und auch testen lassen, sollte sich der Verdacht erhärten.



Quelle: https://www.tongkatali-shop.de/pages/testosteronmangel-mann-symptome

GANZ natürlich: Mit diesen Tricks erhöhen Sie Ihren Testosteronspiegel

Das Sexualhormon Testosteron ist sowohl im weiblichen und männlichen Körper vorhanden, bei IHM aber in größerer Konzentration. Testosteron wird daher oft auch „Männerhormon“ genannt. Es entscheidet nicht zuletzt über die Potenz, ist aber auch für die generelle Männergesundheit ganz wesentlich. So haben US-Forscher aufgezeigt, dass ein niedriger Testosteronspiegel häufig mit chronischen Krankheiten in Verbindung steht.


So viel Testosteron sollte es sein

Bei einem Blutwert von zwischen 3 und 10 nl/ml (Nanogramm pro Milliliter) sprechen Experten vom Normalbereich. Bei manchen Männern werden aber auch Werte über 10 ng/ml gemessen.

Wer unterhalb des Normalbereichs liegt, der könnte seinen Wert mit Testosteronpräparaten steigern wollen. Davon raten Experten jedoch ab. Warum? Die körpereigene Produktion geht auf Dauer zurück, wenn das Hormon von außen zugeführt wird. Diese Maßnahme sollte nur im Extremfall ergriffen werden. 
Wichtig also: Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren, die den Testosteronspiegel auf natürliche Weise anheben. physio-proViva! verrät, wie das gelingen kann.

Bier schlecht für Test-Spiegel
Auch wenn der Griff zur Bierflasche als „männlich“ gilt: Im Körper des Trinkers sorgt er für WEIBLICHE Hormone! Foto: Getty Images

Hören Sie auf zu Rauchen und drosseln Sie den Alkoholkonsum

Wenig Schlaf und ungesunde Laster wie Rauchen und Alkoholkonsum schlagen sich messbar negativ auf den Testosteronspiegel nieder. Experten zufolge bewirkt häufiger Alkoholkonsum, dass dieser sinkt und gleichzeitig das „weibliche“ Hormon Östrogen ansteigt. Bier etwa enthält Hopfen – und das wirkt als starkes Phyto-Östrogen, also als pflanzliches, weibliches Hormon. Und auch Zigaretten haben negative Auswirkungen auf das Testosteron: Die vielen chemischen Inhaltsstoffe stürzen den Hormonhaushalt ins Chaos.

Treiben Sie Sport – aber powern Sie sich nicht völlig aus

„Mäßiges Kraft- oder Ausdauertraining sind optimal für den Testosteronwert.“ So steht es in einer Pressemitteilung auf „Urologenportal.de“. In puncto Cardio gelten etwa 45-minütige Einheiten als perfekt. Zu langes Auspowern hingegen sollte – zumindest, wenn es um die Männlichkeit geht – vermieden werden. Die Fachärzte berichten von Marathonläufern, die ihren Hormonhaushalt „kaputt gerannt“ haben sollen. Leistungssportler sollten deshalb ihren Testosteronwert zweimal pro Jahr überprüfen lassen.

Sehr förderlich hingegen, und das auch in größeren Dosen: Muskelaufbau. Hier lohnt sich vor allem intensives Training – starke Reize auf große Muskelgruppen, am besten mit wenigen und nur kurzen Pausen zwischen den Sätzen, erhöhen die Testosteronausschüttung.

Mediziner und Sportwissenschaftler raten für einen höheren Testosteronwert zu Muskelaufbau Foto: Getty Images

Reduzieren Sie Bauchfett

Im Bauchfett wird (unter anderem) das Enzym Aromatase produziert, welches das „Männerhormon“ in weibliches Östrogen umwandelt. Die vielen weiteren, gesundheitsschädlichen Folgen, die Fettpölsterchen am Bauch haben können (erhöhter Blutdruck, Übergewicht, gestörter Fettstoffwechsel, Zuckerkrankheit, …), sind bekannt.

Legen Sie Fastenzeiten ein

Zu den vielen Vorzügen, die Intervallfasten Ihrem Körper bringen soll, zählt auch die Steigerung des Testosteronwerts. Das konnte bereits in einer Studie belegt werden. Bei normalgewichtigen Männern sollen Fastenzeiten von 12 bis 56 Stunden die Testosteron-Umwandlung um 180 Prozent verbessert haben. Genaueres zum Thema Intervallfasten lesen Sie hier.

Frühstücken Sie Haferflocken

Jenseits der Fastenphasen eignen sich Haferflocken oder Haferkleie hervorragend, um den Testosteronspiegel anzuheben. Hafer enthält sogenannte Avenacoside, die das Vorkommen eines bestimmten Proteins im Blut verringern, welches das Sexualhormon sonst blockieren würde. Was sonst noch Gutes in Haferflocken steckt, lesen Sie hier.

Haferflocken wirken sich unter anderem positiv auf den Blutzucker- und Testosteronspiegel aus Foto: Getty Images

Essen Sie häufiger Kohl

Sämtliche Kohlsorten – also Brokkoli, Rosenkohl, Weißkohl, Blumenkohl etc., sind reich an Vitamin C, dürfen also alleine deshalb gerne häufiger auf dem Speiseplan stehen. Zudem punktet Kohl mit bestimmten sekundären Pflanzenstoffen und einer für unser Testosteron-Thema spannendes Eigenschaft: Es hemmt die oben bereits erwähnte (testosteronabbauende) Aromastase.

Snacken Sie Nüsse

Nüsse sind ein optimaler Snack sind, um Menge und Qualität der Spermien zu erhöhen. Zudem enthalten Cashews, Walnüsse und vor allem Paranüsse wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Und übrigens auch Zink…

Nehmen Sie die richten Supplements ein

Immer noch: alles natürlich. Bei den folgenden Nahrungsergänzungsmitteln handelt es sich nicht um Hormone oder arzneilich wirksame Präparate, sondern um Vitalstoffe, die dem Körper dabei helfen können, Testosteron zu bilden.

ZINK

Ganz oben steht hier Zink. Das Spurenelement ist für zahlreiche Stoffwechselprozesse unentbehrlich. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein erwachsener Mann täglich 10 Milligramm Zink aufnehmen. Ärzte wissen: Wer einen etwaigen Mangel ausgleicht, kurbelt dadurch die Testosteronproduktion an.

VITAMIN D

Ein Mangel an Vitamin D kann zu Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit und depressiven Verstimmungen führen (dazu erfahren Sie hier mehr) – und den Testosteronspiegel negativ beeinflussen. Umgekehrt nämlich hemmt Vitamin D das weiter oben schon erwähnte Hormon Aromatase, welches Testosteron in Östrogen umwandelt.

Als ideal gilt bei Erwachsenen ein Blutwert von 20 ng/m. Laut der DGE brauchen Menschen, die selten in die Sonne gehen (gerade im Winter ein verbreitetes Problem) zusätzlich zur Ernährung 800 IE (Internationale Einheiten) Vitamin D, um den empfohlenen Wert zu erreichen. Tipp: Lassen Sie sich testen! Ihr Hausarzt kann Ihnen sagen, wie es um Ihr Vitamin-D-Level steht und Ihnen auf dieser Grundlage die geeignete Substitutionsdosis empfehlen.

KREATIN

Kreatin kennen Sie vielleicht aus dem Bereich leistungssteigernder Supplements. In Studien ist zudem gezeigt worden, dass die Vergabe von Kreatin den Testosteronspiegel erhöhen kann. Da keine Abhängigkeit oder andere nachhaltigen gesundheitlichen Einschränkungen durch die Einnahme bekannt ist, spricht nichts dagegen, das Nahrungsergänzungsmittel gemäß der Dosierungsanleitung zu konsumieren.

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel sollen die Gesundheit auf vielfältige Weise unterstützen können Foto: Getty Images

Setzen Sie auf Kifernpollen, Ginseng, Brennesselwurzel

Keine Sorge, es geht nicht um die omnipräsente Avocado, sondern unter anderem um die gute alte Kiefernpolle, oft auch neudeutsch „Pine Pollen“ genannt. Dabei handelt es sich um den Blütenstaub der Kiefer, der von Hand geerntet und zu Pulver oder Tinktur weiterverarbeitet wird.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin glaubt man schon seit Jahrhunderten an die entzündungshemmenden und immunstärkenden Kräfte der Kiefernpolle – und daran, dass sie sich positiv auf die Libido und den Testosteronspiegel auswirken. Grund dafür ist unter anderem das enthaltene Hormon Androgen, das die Testosteronproduktion anregt und dafür sorgt, dass im Blut männliche und weibliche Hormone in einem gesunden Gleichgewicht vorhanden sind.

Auch Ginseng wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit Ewigkeiten als Heilpflanze und natürliches Potenzmittel eingesetzt. Es soll den Testosteronspiegel oben halten – und darüber hinaus gegen Erschöpfung wirken, das Immunsystem, Gedächtnis und die generelle Gesundheit unterstützen. Ginsengwurzel wird in dünnen Scheiben mit heißem Wasser aufgegossen und dann getrunken. Sie bekommen Ginseng guter Qualität in besser sortierten Reformhäusern.

Dort sind auch andere Kräuter und Pflanzen zu finden, die man mal ausprobieren sollte, etwa Brennnesselwurzel. Ihre positive Wirkung gegen Prostataerkrankungen wurde in wissenschaftlichen Studien belegt. Zudem sollen die aufbereiteten Blättchen die bereits erwähnte Aromatase hemmen.

Sex erhöht den Testosteronspiegel und das Testosteron beeinflusst die Lust auf Sex – ein „Teufelskreis“ von der angenehmen Sorte … Foto: Getty Images

Der schönste Tipp zum Schluss: Haben Sie Sex!

Eine Woche nach der letzten Ejakulation ist der Testosteronspiegel an seinem Tiefpunkt. Somit riskieren Männer, die über lange Phasen abstinent sind, einen dauerhaft erniedrigten Testosteronspiegel. Umgekehrt wirkt sich regelmäßiges Ejakulieren positiv aus. Experten wissen:
Ein reges Sexleben führt in aller Regel zu einem günstigen Testosteronwert.


Quelle: https://www.fitbook.de/health/testosteronwert-erhoehen-tricks

Mit diesen Lebensmitteln kannst Du deinen Östrogenwert steigern!

Östrogene (auch Estrogene genannt) sind die weiblichen Hormone in unserem Körper und maßgeblich an der Steuerung des Monatszyklus beteiligt. Östrogene bilden den Oberbegriff für die weiblichen Hormone Östron, Östradiol und Östriol. Diese werden bei der Frau in den Eierstöcken, in der Plazenta und in der Nebennierenrinde produziert.

Östrogene spielen vor einer Schwangerschaft eine sehr wichtige Rolle. Sie sorgen nämlich dafür, dass das unbefruchtete Ei im Eierstock heranreifen kann. Zum Zeitpunkt des Eisprungs verändert sich unter Einfluss von Östrogen die Schleimhaut in der Gebärmutter dahingehend, dass die Spermien besser hindurch gelangen können und das Ei befruchtet werden kann. Deswegen sagt man auch, dass es Frauen mit einem niedrigen Östrogenwert schwerer haben, schwanger zu werden.

Durch die Pille werden deinem Körper synthetische Östrogene (meist Ethinylestradiol) zugeführt. Diese künstlichen Hormone machen genau das Gegenteil von dem, was körpereigene Östrogene eigentlich tun:
verhindern das Wachstum der Eizelle,
vermeiden den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und
verdicken den Gebärmutterhalsschleim, damit Spermien nicht in die Gebärmutter gelangen können.

Natürlich dient die Anti-Baby-Pille in erster Linie dazu, als Verhütungsmittel zu fungieren. Aber sie greift auch sehr stark in unser komplettes Hormonsystem ein. Leider ergänzen die künstliche Hormone in der Pille deinen Hormonhaushalt nicht, sondern ersetzen ihn komplett. Das bedeutet, dass deinem Körper nun signalisiert wird, dass du genug Hormone zugeführt bekommst und deshalb keine eigenen mehr erzeugt werden müssen. Dies ist ein ziemlich kluger Schachzug, denn sonst hätten wir sehr schnell eine Überproduktion der Hormone und damit ein ganz anderes Problem.

Setzt du nun aber nach einer Weile die Pille ab, bekommt dein Körper keine Hormone mehr von außen geliefert und benötigt seine Zeit, um die eigene Hormonproduktion wieder anzukurbeln. Genau in dieser Zeit entstehen die ganzen Beschwerden wie Akne, Pickel, Haarausfall, Depressionen, das Ausbleiben der Periode und und und …

Aber wie schaffen wir es nun, die Produktion von Östrogen wieder anzuregen?
Ärzte empfehlen hier oftmals eine synthetische Hormonbehandlung oder bioidentische Hormone in Form von Cremes. Ich möchte dir aber heute ein paar Tipps geben, die deinen Östrogenhaushalt auf ganz natürliche Weise wieder anregen. Fangen wir mit den 4 hilfreichsten Tipps an:

1. Vermeide Gluten

Im Internet erfährt man viel über den Zusammenhang zwischen glutenhaltigen Produkten und dem weiblichen Hormonhaushalt. Da ist wohl etwas dran, Sara Gottfried schreibt in ihrem Buch „Die Hormon Kur“, dass mehrere Untersuchungen an Frauen mit einer Gluten-Allergie aufzeigten, dass ein Zusammenhang zwischen Gluten-Empfindlichkeit und einer verminderten Eierstockreserve besteht.* Mach‘ dir aber keine Sorgen um das Reduzieren von Gluten. Heutzutage gibt es fast in jedem Supermarkt sehr viele glutenfreie Alternativen.

Beispielsweise gibt es Nudeln aus roten Linsen, die wie Weizennudeln schmecken. Oder du mischst dir deine eigene Brotmischung aus glutenfreiem Mehl zusammen. Dazu kannst du Maismehl, Buchweizenmehl, Kokosmehl oder auch Mandelmehl verwenden.

2. Roter Ginseng

Der rote Ginseng bekommt seine rötliche Farbe durch einen bestimmten Dampfprozess, bei dem ihm der hohe Wassergehalt entzogen wird. Dadurch bekommt er, im Vergleich zum weißen Ginseng, eine höhere Nährstoffdichte. Die Ginsengwurzel stimuliert die Eierstöcke und regt dadurch die Östrogenproduktion an. Es gibt verschiedene Formen, wie du Ginseng zu dir nehmen kannst, als Wurzel, in Tee-Form, als Kapsel oder als Pulver.

3. Granatapfelöl

Frauen, die sich in den Wechseljahren befinden, verfügen meist auch über einen geringen Östrogenhaushalt, da die Eierstöcke ihre Funktion immer mehr einschränken. Gerade in dieser prägenden Phase einer Frau schwören sehr viele auf eine Verbesserung durch Granatapfelöl. Der Grund dafür ist, dass der Granatapfel eine ähnliche Zusammensetzung von Phytoöstrogenen hat wie der menschliche Körper. Phytoöstrogene kann man als das pflanzliche Östrogen bezeichnen, und es ist dem menschlichen sehr ähnlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Einnahme von Granatapfel. Beispielsweise kannst du die frischen Kerne des Granatapfels in dein Müsli geben oder pur löffeln.

Eine andere starke Wirkung zeigt aber auch die transdermale Anwendung. Dabei kannst du Granatapfelkernöl morgens und abends auf die Innenseite deines Armes reiben. Die Haut ist unser größtes Organ und gibt die Wirkstoffe direkt in die Blutbahn ab. Deshalb ist diese Methode eine besonders wirksame.

4. Rotklee

Rotklee gehört zu den Hülsenfrüchten und zählt in den europäischen Regionen als die Quelle für Phytoöstrogene. Rotklee kann man als Sprossen ziehen und diese einmal am Tag zu sich nehmen. Sprossen sind deshalb so wertvoll, weil sie frisch sind und ein starkes Konzentrat der wichtigen Nährstoffe beinhalten. Rotklee wird nicht nur wegen des hohen Werts an Phytoöstrogenen hoch gelobt, sondern auch, weil es den Hormonhaushalt dabei unterstützt, sich auszugleichen.
Besonders hilfreich ist Rotklee also, wenn deine Hormonwerte (Östrogen, Progesteron und Testosteron) im Ungleichgewicht sind. Da dies sehr oft nach dem Absetzen der Pille auftritt, kann ich dir raten, gleich nach dem Absetzen regelmäßig die frischen Rotkleesprossen in deinen Ernährungsplan einzubauen, beispielsweise in einem leckeren Salat. 
Das Granatapfelöl bekommt ihr in den meisten gut ausgestatteten Reformhäusern oder bei Amazon.  Das Rotklee gibt es als Samen ebenfalls im Reformhaus und muss erst noch zu Sprossen groß gezogen werden. Das ist aber nicht allzu schwer, dauert nur circa 3-4 Tage, dafür bekommt ihr dann aber die geballte Nährstoffkraft aus den Sprossen. Viel Erfolg!

5. Osteopathie
Und natürlich auch ganz wichtig für Dich zu wissen: wir Osteopathen können viel dafür tun, dass es Deinem Körper leichter fällt, die Durchblutung, Funktionen und viele anderen Dinge besser zu gestalten. Auch können wir Dich beraten und Dich unterstützen, vielleicht wieder zu einem normal funktionierenden Körper zurück zu finden.



Amenorrhoe: wenn wir „regellos“ bleiben

Ausbleibende Regelblutungen sind ein beängstigendes Thema. Gerade nach dem Absetzen der Pille sind viele Frauen von diesem Problem betroffen.

Das Wichtigste zur ausbleibenden Regelblutung vorweg: Nicht das Ausbleiben der Blutung ist gefährlich für unseren Körper, sondern möglicherweise die Ursache, die dahinter steckt.

Deshalb ist die Suche nach möglichen Verursachern wichtig.

Die berühmtesten sind:
PCOS (hier unterdrücken zu viele männliche Hormone die Menstruation)
Stress, psychische Belastungen
Essstörungen (Unter- und Übergewicht)
Vitalstoffmängel
Autoimmunerkrankungen, allen voran Morbus Hashimoto
Schilddrüsenunterfunktion sowie
das sogenannte Post-Pill-Syndrom 

Post-Pill-Syndrom

Beginnen wir mit dem sehr häufig auftretenden Post-Pill-Syndrom. Was ist das eigentlich? Nach langjähriger Pilleneinnahme vertagen sich die Tage, und zwar auf 3 bis 12 Monate nach der einzigen Abbruch-“Blutung“. Viele Frauen wechseln häufig die Pillenpräparate, nutzen Nuvaring, 3-Monatsspritze oder die Hormonspirale. Wie soll der Körper dieses hormonelle Durcheinander schnell wieder auf die Reihe bekommen? Es handelt sich ja nicht um kleine Dosen unbedenklicher Wirkstoffe, sondern um große Mengen synthetischer Substanzen, die auf ein hochsensibles Hormonsystem wirken. Während der Hormonsubstitution verkleinern sich nach und nach die Eierstöcke (Ovarien) und damit auch ihre Funktionsfähigkeit. Warum sollten Sie auch arbeiten und sich weiterentwickeln, wenn sie von außen ständig überfüttert werden. Das ist doch eine logische und sinnvolle Vorgehensweise des Körpers. Nach dem Absetzen dauert es eben ein Weile, bis diese wieder arbeitsfähig werden.

Schwierig wird es, wenn Frauen in den ersten Monaten nach der Menarche (erste Menstruation) schon mit der Pille beginnen. Die Eierstöcke benötigen nämlich ca. 2-3 Jahre, bis sie ausgereift sind. Bis dahin sind die meisten Zyklen anovulatorisch, d. h. es kommt gar nicht zum Eisprung. In diesem Fall müssen die Eierstöcke nicht nur „aufgeweckt und motiviert“ werden, sondern müssen ihre Arbeit sogar erst „lernen“.

Wichtig für euch: Die Pille heilt nicht, sondern überdeckt die Symptome, die wir vorher hatten. Das bedeutet, die meisten kommen wieder, wenn wir die Pille absetzen, ob es Hautunreinheiten, starke oder schmerzhafte Blutungen oder auch Zysten sind.

Vitalstoffmängel

Nächster Punkt: Vitalstoffmangel. Einfache Sache eigentlich. Wenn der Körper keine Energie hat, einen Eisprung bzw. eine Blutung einzuleiten, bleibt diese/r aus. Wichtige Vitamine und Mineralstoffe hierbei sind alle B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Zink sowie Kupfer. Nach langjähriger Pilleneinnahme sind diese Speicher restlos leer. Außerdem hat die Pille auch nachweislich einen hohen Verbrauch an Folsäure und Vitamin B12. Kommen daher auch die vielen Stimmungsschwankungen?

Schilddrüse

Als Antreiber unseres Stoffwechsel hat die Schilddrüse eine wichtige Aufgabe im Zyklus. Sowohl eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion kann diesen lahmlegen. Die Energie für den Temperaturanstieg kurz vor dem Eisprung stellt die Schilddrüse bereit.

Stress als Zyklus-Killer

Leidet der Körper oder die Seele an Stress, dann schaltet er – ebenfalls sinnvoll – auf Sparflamme. Wie soll Frau in solchen Krisenzeiten fähig sein, ein neues Leben auf die Welt zu bringen und es zu nähren? Das ist eine Überlebensstrategie aus früheren Zeiten, in denen wir mit Hungersnöten und Krieg zu tun hatten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gewichtsverlust: Sinkt der BMI auf unter 17, passiert es irgendwann, dass die Menstruation ausbleibt. Eine Schutzfunktion, und oft ein Zeichen für die Ärzte bei Magersüchtigen, dass die Patientin auf dem Weg der Besserung ist, wenn die Periode wieder einsetzt.

Übergewicht, Insulin und Östrogendominanz

Übergewichtige kennen das Problem der Amenorrhoe auch. In diesem Fall hat es etwas mit dem Insulin zu tun. Hier die Erklärung: Insulin und Östrogen beeinflussen sich gegenseitig. Östrogen behindert die Bauchspeicheldrüse bei ihrer Aufgabe, Insulin zu produzieren. Die Folge davon ist ein wechselnder Blutzuckerspiegel, der mal zu hoch und mal zu niedrig ist. Eine Östrogendominanz kann also die Entstehung eines Diabetes mellitus begünstigen.

Umgekehrt kann eine Insulinresistenz eine Östrogendominanz verstärken. Im Fettgewebe, das eine häufige Folge der Insulinresistenz ist, wird nämlich unter anderem Östrogen gebildet. So entsteht ein Teufelskreis von schlechter Blutzuckerregulierung und Östrogendominanz. Zu allem Überfluss gesellt sich nun auch noch das Testosteron hinzu, denn Insulin steigert Testosteron. Die Folgen kennen wir und alle PCOSlerinnen.

Angst vor Osteoporose

Östrogen ist ein wichtiger Faktor für einen gesunden Knochenstoffwechsel. Frauen mit ausbleibender Regel und niedriger Kalorienzufuhr sowie zuviel Sport sind gefährdet, bestimmte Verletzungen und Knochenbrüche zu erleiden und im Alter an Knochenschwund zu erkranken. Das sind die Tatsachen. Es geht aber vielmehr um die Frage des Alters und wie lange die Frau schon ohne Regelblutung (12 Monate ist so mein Limit) ist. Bis dahin sollte die Ursache gefunden worden sein (auch bioidentische Hormone stellen eine Lösung dar). Häufig findet man trotz ausbleibender Regel genügend Östrogene im Körper, gerade nach langjähriger Pilleneinnahme und durch Umweltbelastungen. Bewegung, vollwertige und frische Ernährung, Vitamin D und Mineralstoffzufuhr sowie Säure-Basen-Regulation schützen zusätzlich vor Osteoporose. Bitte darauf achten, ob Osteoporose in der Familie besteht. Wer sicher gehen will, kann eine Knochendichtemessung vornehmen lassen.

Was kann ich selbst tun?

aben wirDie Ausleitungsorgane unterstützen und entlasten. Die Leber: Sie wandelt die Hormone (bei der Pilleneinnahme besonders belastet) um, entgiftet äußerliche (Medikamente, Schadstoffe) und innerliche Nahrung (Stress, Ärger, Wut, Traurigkeit).
Was du für deine Leber Gutes tun kannst, habe ich nochmal  zusammengefasst:

Die Nieren: Sie entgiften die wasserlöslichen Stoffe, sorgen für die Blutbildung und regulieren den Säure-Basen-Haushalt. Außerdem sind sie nach TCM der Sitz des Urvertrauens und eng verbunden mit Angst und Loslassen.

Das Dream-Team: Die Nieren und die Haut.

Die Haut – als größtes Entgiftungsorgan – eliminiert ebenfalls wasserlösliche Toxine über den Schweiß. Viele Frauen berichten beispielsweise über veränderten Körpergeruch bei hormonellen Schwankungen, was darauf zurückzuführen ist. Sind die Nieren geschwächt, kann es vermehrt zu Hautproblemen kommen. Die Nieren lieben Wärme! Kalte Füße und nasse Badesachen sind ihnen ein Graus.

Mein Tipp: ansteigende Fußbäder, Nierenwickel mit Ingwer. Wichtig ist die Förderung der Wasserausscheidung mit Kräutertees, u. a. geeignet sind Goldrute, Brennnessel, Birkenblätter, Hauhechel, Petersilie und Ackerschachtelhalm (kurweise).


Ingwer-Wickel Anleitung | Kur über 7 Tage:

kalte Füße aufwärmen
gemahlenen Ingwer bio mit wenig heißem Wasser übergießen
einen dünnflüssigen Brei anfertigen
Baumwolltuch tränken und etwas auswringen
das Tuch so warm wie erträglich auflegen
auf das feuchte Tuch ein Handtuch legen und anschließend eine warme Wolldecke (ggf. Wärmflasche)
ca. 20 bis 30 Minuten wirken lassen, am besten mit Kissen im Rücken ruhen

Ein leichtes Kribbeln oder Reizgefühl verschwindet meist sofort, wenn der Wickel entfernt wird und kann dann durch Einreiben mit Lavendelöl bio ganz behoben werden. Anschließend für weitere 30 Minuten unter warmen Decken ruhen. Danach / währenddessen mind. ½ l Wasser trinken. Versucht vorher eine Probe auf der Haut wegen Allergiegefahr. Natürlich ist der Wickel auch mit anderen Kräutern (Schafgarbe) oder pur anzuwenden.

Die Gefahr durch das süsse Gift: so macht Zucker uns krank

Zucker nagt an Ihren Zähnen. Aber er kann im Körper noch weit mehr Schaden anrichten, je nachdem, wie viel und in welcher Form Sie ihn essen. Experten sagen, welche Dosis die richtige ist und wo Fallen lauern.

Als Mann stecken Sie in der süßen Zwickmühle: Der Stoff, den Ihr Körper so dringend benötigt, um Leistungen zu bringen, kann Sie schwer krank machen. Es geht um Zucker. Der menschliche Körper liebt ihn. Die einfachste Form, Glucose, dient Zellen als bevorzugter Brennstoff. Kraftsportler bauen ihre Muskeln nach der Belastung durch eine hohe Energiezufuhr gezielt auf. Dazu sind schnell verfügbare Kohlenhydrate in Form von Zucker bestens geeignet. Auch Läufer und Radfahrer achten darauf, dass sie nicht auf der letzten Rille unterwegs sind. Auch wenn Sie gerade keinen Sport treiben oder körperlich arbeiten, brauchen Sie Zucker. Dann ist der Kopf sogar der Hauptabnehmer: 75 Prozent des Gesamtbedarfs wandern in das Gehirn. Es ist heiß auf zuckerhaltige Lebensmittel und achtet darauf, dass der Tank immer ausreichend gefüllt ist.

Die Kehrseite: Zu viel Zucker macht krank, und viele übertreiben es. „In Deutschland essen die Menschen zu viel Zucker, jeder im Schnitt  35 Kilo pro Jahr“, sagt Prof. Dr. Hans Hauner, Direktor des Zentrums für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München. Empfehlenswert wäre etwa halb so viel – der Richtwert für die tägliche Aufnahme beträgt 50 Gramm. Alles, was darüber hinausgeht, kann Krankheiten auslösen oder verschlimmern.

Zucker fördert Übergewicht

Die Supermärkte sind voll von zuckerhaltigen Produkten, Ihre Erbanlagen machen es Ihnen schwer zu widerstehen. Zucker ist nicht gleich Zucker – außer Glucose gibt es viele weitere Formen. Sie schmecken nicht nur unterschiedlich süß, sie werden im Körper auch unterschiedlich weiterverarbeitet, verbraucht oder gespeichert. Charakteristisch für Haushaltszucker ist seine Wirkung auf den Insulinspiegel im Körper. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert. Es sorgt dafür, dass Glucose aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Das ist gut für die Blutgefäße, aber schlecht für die Zellen. Dort sammelt sich Zucker an – und den Zellen bleibt gar nichts anderes übrig, als ihn zu speichern. Sind die Speicher voll, wird jeder weitere Überschuss in Fett umgewandelt. Theoretisch könnte der Zucker über den Urin ausgeschieden werden. Der Körper ist jedoch darauf programmiert, keine Energie zu verschwenden. Alles, was nicht unmittelbar benötigt wird, bleibt für Notzeiten gespeichert. Folge: Sie werden dicker. Für 7000 Kalorien, die Sie zu viel aufnehmen, speichert der Körper zirka 1 Kilogramm Fett am Bauch, an den Hüften und unter der Haut. Das bedeutet: Wer täglich 1000 Kalorien über den Bedarf futtert, nimmt jede Woche rund 1 Kilo zu. Industriell produzierte Lebensmittel schlagen schneller auf die Hüften als natürliche Produkte wie Obst und Gemüse. „Zugesetzter Zucker ist ungesünder als natürlich im Essen vorhandener, weil er viel schneller in das Blut übergeht und der Blutzuckerspiegel deswegen schneller steigt, die Sättigung aber fehlt“, warnt Ernährungsmediziner Hauner.

Übrigens: Obst ist für die Hüften keine Gefahr, denn es wird selten so stark konsumiert, dass dabei bedenkliche Mengen an Zucker aufgenommen werden. „Kein Mensch isst genug Obst, um so viel Zucker aufzunehmen, wie in 1 Liter Cola stecken“, so Hauner. Fruchtzucker aus Obst dürfen Sie unbegrenzt konsumieren. Industriell hergestellte Produkte mit Zuckerzusatz sollten Sie meiden. Achten Sie auf die Liste der Inhaltsstoffe auf den Verpackungen: Auch hinter Begriffen wie etwa „Maissirup“ und „Maltose“ steckt letztendlich nur Zucker.

richtigen Ernährung haben zusätzliche Pfunde keine Chance sich am Bauch breit zu machen – © Undrey / Shutterstock.com
richtigen Ernährung haben zusätzliche Pfunde keine Chance sich am Bauch breit zu machen – © Undrey / Shutterstock.com

Als Berechnungseinheit dient die Broteinheit (BE), die nicht nur etwas mit Brot zu tun hat, sondern allgemein mit Kohlenhydraten in Speisen. Eine Broteinheit hat 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate. Für eine Broteinheit spritzt er sich eine Insulineinheit. Als Banker kann Thomas mit Zahlen umgehen. Etwa 3-mal am Tag holt er das schwarze Etui heraus, in dem er die Spritze aufbewahrt. Die Nadel sticht er sich in den Bauch.

„Es gibt Stellen, da tut es weh, als würde der Zahnarzt auf einen Nerv bohren. Meist ist es aber harmlos.“ Das Insulin, das Thomas nimmt, wirkt schnell – es erreicht seine Maximalwirkung ungefähr nach 1 Stunde und hält zirka 4 Stunden an. Für die Nacht spritzt er ein Insulin, das länger anhält. Er hat sich längst mit der Situation arrangiert. Denn es ist wie oft im Leben: Es hätte schlimmer kommen können.

Zucker. Das hört sich süß an, ist aber bitterer Ernst. Bleibt die Glucose im Blut, erhöht sich der Blutzuckerwert, und das kann böse enden. Mögliche Folgen: Adern verstopfen, Nerven veröden, Nieren versagen, Augen erblinden. Außerdem erhöht sich grundsätzlich die Sterblichkeit bei Vorliegen beider Diabetes-Typen erheblich. „Der Verlust an Lebensqualität und -jahren ist im Schnitt sogar höher als durch Krebs“, sagt Böhm. Diabetes ist wie ein Sack voller Steine für einen Ertrinkenden. Es geht noch schneller runter. „Die Wahrscheinlichkeit, etwa durch eine Lungenentzündung zu sterben, erhöht sich um bis das 2-Fache, wenn der Betroffene Diabetiker ist. Die tödliche Spirale gibt es auch bei anderen Krankheiten.“

Erhöhtes Diabetes-Risiko durch Zuckerkonsum
 

Mediziner unterscheiden verschiedene Arten von Diabetes. Im Zusammenhang mit Zuckerkonsum ist Diabetes Typ II besonders bedeutend, denn diese Form der Erkrankung kann durch zuckerbedingtes Übergewicht mitausgelöst werden. Eine Vorstufe der Diabetes-II- Erkrankung ist das so genannte metabolische Syndrom. So bezeichnen Wissenschaftler das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz. Konkret passiert Folgendes: Wegen des Überschusses an Zucker stößt die Bauchspeicheldrüse entsprechend viel Insulin aus, um so den Blutzuckerspiegel zu senken. Irgendwann reagieren die Zellen aber nicht mehr auf die Insulinschwemme, sie werden resistent, der Zucker bleibt im Blut – das ist der Beginn von Diabetes. Die Volkskrankheit Nummer 1 ist jedoch nicht nur lästig, weil Sie sich das Insulin täglich spritzen und streng Diät halten müssen; sie kann vor allem dann schlimme Folgen haben, wenn Sie genau das nicht tun – Hauterkrankungen, Schädigungen der Augen, Nierenleiden oder,  im akuten Notfall, das lebensgefährliche diabetische Koma.

Mit Radsport gegen Diabetes  -  © Shutterstock
Mit Radsport gegen Diabetes – © Shutterstock

Aber Vorsicht: Auch als Normalgewichtiger sind Sie nicht komplett vor Diabetes gefeit! Jeder 10. Patient erkrankt ohne Übergewicht an der Zuckerkrankheit. Eine Studie der Feinberg School of Medicine in Chicago kommt zu dem Ergebnis, dass die Betroffenen sogar besonders gefährdet sind. Innerhalb des Beobachtungszeitraumes starben fast doppelt so viele normal- wie übergewichtige Diabetiker. 

Fruchtzucker begünstigt Leberschäden

Im Unterschied zu Glucose hat Fructose keine Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel und führt auch nicht zur Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse. Manch cleverer Kopf versucht daher, Haushaltszucker durch Fructose zu ersetzen, um Diabetes vorzubeugen. Neuere Studien legen aber den Verdacht nahe, dass Fructose das Diabetes-Risiko trotzdem keineswegs senkt. So rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seit 2009 von einem erhöhten Fructose-Konsum ab. Limonaden mit Fructose-Zusatz beispielsweise beeinflussen die hormonelle Gewichtsregulierung negativ und begünstigen die Entstehung von Übergewicht und metabolischem Syndrom. Fructose gelangt in die Leber und wird da zum größten Teil in Fett umgewandelt. Da dieser Vorgang aber insulinunabhängig verläuft und Insulin dem Gehirn normalerweise signalisiert, dass genug Essen aufgenommen wurde, stellt sich kein Sättigungsgefühl ein. Sie futtern immer weiter, nehmen zu viele Kalorien auf. Studien zeigen: Ähnlich wie bei Alkoholikern kann eine erhöhte Fructose-Zufuhr eine Fettleber erzeugen – ohne Alkohol! „Die Verfettung der Leber kann sogar zu Entzündungen, also Hepatitis, führen“, warnt Privatdozent Dr. Erhard Siegel, Gastroenterologe aus Heidelberg und Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.

wie bei Alkoholikern kann eine erhöhte Fructose-Zufuhr eine Fettleber erzeugen – © CLIPAREA l Custom media / Shutterstock.com
wie bei Alkoholikern kann eine erhöhte Fructose-Zufuhr eine Fettleber erzeugen – © CLIPAREA l Custom media / Shutterstock.com

Zucker erhöht das Herzinfarkt-Risiko

Diabetes und Übergewicht führen zu Ablagerungen und Verkalkungen in den Wänden der großen Blutgefäße und damit bald zu Durchblutungsstörungen. Auch die erwähnte Fettleber kann nicht nur Hepatitis nach sich ziehen, sondern weitere Komplikationen verursachen. Weil das Organ seine Stoffwechselaufgaben nicht mehr richtig wahrnehmen kann, steigen der Spiegel des ungesunden LDL-Cholesterins und andere Blutfettwerte. All dies erhöht das Herzinfarkt-Risiko – mit weitreichenden Konsequenzen, nicht nur für Sie, sondern für das Gesundheitssystem insgesamt. „Der Trend zu einem ungesünderen Lebensstil wirkt den Fortschritten in der Früherkennung und Behandlung entgegen“, sagt Professor Christian Hamm aus Gießen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Die Methoden der Ärzte werden zwar immer besser, aber gegen die Folgen einer überernährten Gesellschaft sind sie nahezu machtlos. „Übergewicht und Diabetes nehmen in erschreckendem Maße  zu“, warnt Hamm. „Das relativiert die Erfolge, die wir etwa medikamentös bei der Blutdrucksenkung oder den Blutfettwerten erreichen.“ Besserung ist nur dann in Sicht, wenn der Gesetzgeber Zuckerzusatz in Lebensmitteln stärker einschränkt oder Werbung für solche Lebensmittel reglementiert. „Außerdem benötigen wir verstärkt Präventionsprogramme, die Koronarpatienten bei der Änderung ihres Lebensstils konsequent unterstützen“, fordert Kardiologe Hamm. Bis es so weit ist, muss jeder einzelne Verbraucher selbst auf seine Ernährung und seinen Lebensstil achten, sprich: sich viel bewegen und auf Zucker verzichten.

Zucker greift Gehirn an

Sie greifen, während Sie das hier lesen, gerade nach einem Weingummi? Dann sind Sie wohl nicht ganz bei Verstand! Zumindest gleich nicht mehr. Innerhalb von 10 Minuten nach dem Verzehr von Süßem soll der Zucker und die Transfette nämlich den Hippocampus angreifen. Das jedenfalls wollen jetzt US-Forscher der University at Albany in New York entdeckt haben. Dieser Bereich des Gehirns ist für das Lernen und Erinnern zuständig. Sie haben wieder einmal zu tief in die Tüte gegriffen? Holen Sie sich im Laden an der Ecke lieber einen schwarzen Tee und verfeinern Sie ihn mit Zimt. Bewegung und der Tee mit dem Gewürz sollen nämlich den negativen Effekt der Nascherei mildern.

Potenzprobleme durch Zucker

Keine Angst! Nach einer Tüte Gummibärchen können Sie noch Sex haben. Indirekt jedoch kann der Zucker zu Potenzproblemen führen. „Häufige Folgeerkrankung des Diabetes sind Erektionsstörungen“, sagt der Diabetologe und Gastroenterologe Siegel. „Durch Übergewicht und zu wenig Bewegung  verlieren die Körperzellen ihre Empfindlichkeit für das Hormon Insulin.“ Ärzte sprechen von Insulinresistenz. In der Folge ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht – dies führt zu Durchblutungsstörungen und zu Potenzproblemen. Außerdem kommt es zu einem Um- und Abbau des Schwellkörpergewebes im Penis. Wer bereits als Kind und Jugendlicher übergewichtig ist, trägt ein vielfach erhöhtes Risiko. Aber auch wenn Sie kein Teenager mehr sind: Achten Sie darauf, nicht in den Teufelskreis von Naschen, Übergewicht, Insulinresistenz und Gefäßschäden zu geraten. Sind die Blutgefäße erst ruiniert, läuft ohne Viagra & Co. nichts mehr.

Ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel führt zu Durchblutungsstörungen und Potenzproblemen © Shutterstock
Ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel führt zu Durchblutungsstörungen und Potenzproblemen © Shutterstock

Erhöhtes Krebs-Risiko durch zu viel Zucker

Statt Süßkram sollten Sie sich gesund ernähren, um Ihr Krebs-Risiko zu mindern © Shutterstock
Statt Süßkram sollten Sie sich gesund ernähren, um Ihr Krebs-Risiko zu mindern © Shutterstock

Bei den Tumoren wirken Mechanismen, die dazu führen, dass Glucose & Co. besser genutzt werden können als in anderen Zellen. „Für Diabetes-Kranke ist dieser Zusammenhang nachgewiesen“, sagt Professor Stephan Herzig vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Der chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel fördert das Krebswachstum.“ Die gestörten Hormonwege, vor allem der dauerhaft erhöhte Insulin- spiegel, steigern auch die Produktion von » Proteinen, die das Krebswachstum unterstützen. Dadurch wird ein Tumor noch aggressiver. „Diabetes-Patienten erkranken öfter an Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs als gesunde Menschen“ sagt der Experte. „Diabetes ist ein Entzündungszustand, dessen Reaktionen die Tumor-Erkrankung fördern.“ Umgekehrt ist in vielen Fällen ein Rückgang des Krebswachstums bei Zuckerentzug zu konstatieren. „Dass das Tumor-Wachstum durch Zuckerverzicht allerdings komplett zum Stillstand kommt, ist unwahrscheinlich“, sagt Professor Herzig. Durch weltweit 1,5 Milliarden Menschen mit Übergewicht wird die Zahl der Krebserkrankungen in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter ansteigen – ein Grund mehr, schlank zu bleiben. Gehen Sie ab 35 Jahren zur Vorsorge und lassen Sie da regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel überprüfen. So erkennt der Arzt eine drohende Diabetes-Erkrankung früh, und Sie können entsprechend gegensteuern.

Zucker als Energielieferant im Sport

Bei Sportlern liegen vollkommen andere Voraussetzungen vor als bei Sofakartoffeln. „Bei schneller Bewegung wird Energie verbraucht, werden Zuckerspeicher entleert“, sagt Magen- Darm-Experte Siegel. Bei Ausdauersport mit hoher Intensität ist Zucker sogar hilfreich: Nur er kann so rasch wie nötig neue Energie nachliefern. Protein und Fett kann der Organismus nicht in demselben Tempo verstoffwechseln. Zu wenig zu essen ist für Sportler eher eine Gefahr als ein Überangebot. „2 bis 3 Stunden vor dem Sport sollte eine kohlenhydratreiche, fettarme Mahlzeit aufgenommen werden“, so Siegel. „Beim Ausdauersport reichen dann die Glykogenvorräte für ungefähr 1 bis 2 Stunden.“ Wer während der Belastung mit Apfelschorle oder Energieriegeln geizt, macht seine Trainingsbemühungen wieder zunichte. „Sportler dürfen so viel Zucker zu sich nehmen, wie sie wollen, wenn die entsprechende körperliche Betätigung vorhanden ist“, sagt Ernährungsmediziner Hauner. „Diese gleicht die Zuckeraufnahme aus und verhilft so zu einem guten Stoffwechsel.“ Allgemein ist es sinnvoll, den Bedarf durch langsam resorbierbare, stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Gemüse oder Vollkornprodukte zu decken. „Vor allem in Wettkämpfen aber kann Traubenzucker zur schnellen Brennstoffversorgung beitragen und die Leistung steigern“, erläutert Hauner. Vorsicht ist geboten bei Stärkezuckern wie Maltodextrin, die oftmals in Sportgetränken oder Riegeln enthalten sind. Im Gegensatz zu Fructose und Glucose schmecken sie kaum süß, sind aber ebenso schlecht für die Zähne und machen genauso dick, sofern Sie keinen  Sport machen. Fructose kann in größeren Mengen (ab 100 Gramm) zudem Blähungen und Durchfall verursachen. Wer keinen Sport macht, sollte ohnehin lediglich die Mengen konsumieren, die natürlicherweise in Obst enthalten sind. Für alle Nichtsportler gibt es in der größten Not Ersatz: „Lebensmittel mit Süßstoff kann man durchaus empfehlen“, so Hauner, „vor allem Menschen, die abnehmen wollen und trotzdem gerne süße Getränke zu sich nehmen.“ Vollkommen unkritisch sind Süßstoffe jedoch nicht zu sehen, zur Wirkung im Körper wird immer noch geforscht. Ähnlich verhält es sich mit Zuckeraustauschstoffen, die ab 20 Gramm häufiger zu Nebenwirkungen wie Durchfall und Blähungen führen können.

Zuckerschub vor dem Start gibt Power – © chaoss / Shutterstock.com
Zuckerschub vor dem Start gibt Power – © chaoss / Shutterstock.com

Glucose, Galactose & Co.: Zuckerarten in der Übersicht

Wer von Zucker spricht, der meint in der Regel den Haushaltszucker. Doch je nach seiner Herkunft ist die chemische Zusammensetzung anders – und seine Wirkung. Hier die bekanntesten Zuckerarten in der Übersicht: 

  • Glucose: Eher bekannt als Traubenzucker. Ein Einfachzucker, dient dem Körper im Blut als Energielieferant.  
  • Fructose: Einfachzucker, auch Fruchtzucker genannt, da er vor allem in Früchten steckt. Hat etwa die doppelte Süßkraft wie Glucose. 
  • Saccharose: Das ist der wissenschaftliche Name des Haushaltszuckers. Zweifachzucker, der zu gleichen Teilen aus Glucose und Fructose besteht. Wird meist aus Zuckerrohr oder Rüben gewonnen.  
  • Lactose: Zweifachzucker aus Glucose und Galactose. Lactose macht die Milch süß.
  • Galactose: Auch Schleimzucker genannt. Der neben der Glucose und der Fructose dritte Einfachzucker ist in der Muttermilch enthalten, im Haushaltszucker dagegen nicht – und aus dem Grund für Sie weniger interessant.
  • Maltose: Malzzucker ist ein Zweifachzucker, bei dem 2 Glucose-Moleküle miteinander verknüpft sind. Steckt beispielsweise in Getreide.
  • Maissirup: Ein Mix aus Glucose und Fructose, wird oft industriell gefertigten Lebensmitteln beigemischt.
  • Honig: Neben Fructose und Glucose enthält er Wasser und Mineralstoffe, Proteine, Aminosäuren und Vitamine.
  • Agavensirup: Besteht aus Glucose und Fructose, wobei jedoch der Anteil des Fruchtzuckers überwiegt.
  • Stärkezucker: Der Name steht für aus Stärke (lange Glucose-Ketten) hergestellte Zuckerarten, zum Beispiel Maltodextrin, Stärkesirup und Isoglucose. Wird industriell oftmals als Alternative zum Haushaltszucker verwendet, Maltodextrin beispielsweise zur Herstellung von Sportdrinks oder Kohlenhydratgels.

Viele Zuckeraustauschstoffe zählen zur Gruppe der Zuckeralkohole, haben weniger Kalorien als Zucker, machen aber Durchfall. Süßstoffe enthalten keine Kalorien, die WHO hat allerdings Höchstmengen festgelegt, um mögliche Gesundheitsrisiken auszuschließen. Hier die häufigsten 11, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden: 

Süßstoffe sind leicht zu dosieren und viel süßer als Zucker. Den Geschmack muss man mögen – © Monika Wisniewska / Shutterstock.com
Süßstoffe sind leicht zu dosieren und viel süßer als Zucker. Den Geschmack muss man mögen – © Monika Wisniewska / Shutterstock.com

ZUCKERAUSTAUSCHSTOFFE

Sorbit (E 420) Ist in der Natur in einigen Früchten zu finden, etwa in Pflaumen und Vogelbeeren. Seine Süßkraft liegt bei etwa 50 Prozent von der des Haushaltszuckers.

Mannit (E 421) Kommt in der Natur in Algen, Pilzen, Feigen, dem Saft der Manna-Esche und im Saft der Lärche vor. Er wird aus Fructose hergestellt und ist verhältnismäßig teuer, wird deswegen nur begrenzt eingesetzt. Seine Süßkraft ist ungefähr halb so groß wie die von normalem Zucker.

Isomalt (E 953) Wird aus Zuckerrüben hergestellt, in denen er natürlicherweise steckt. Isomalt verfügt ebenfalls über etwa die Hälfte der Süßkraft von Zucker.

Maltit (E 965) Hergestellt aus Stärke per chemisch-enzymatischer Verzuckerung. Der Zuckeraustauschstoff hat annähernd dieselbe Süße wie herkömmlicher Zucker.

Xylit (E 967) Dieser Zuckeraustauschstoff ist in der Natur in diversen Früchten und Gemüsesorten zu finden. Er wird für die 
Lebensmittelindustrie chemisch aus Holzzucker gewonnen und besitzt ungefähr die gleiche Süßkraft wie gewöhnlicher Zucker.

SÜßSTOFFE

Acesulfam K (E 950) Schmeckt 200-mal süßer als Zucker. Die Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel und Kalium wird aus Abkömmlingen der Acetessigsäure hergestellt.

Aspartam (E 951) Besitzt eine bis zu 200-fach höhere Süßkraft im Vergleich zu herkömmlichem Zucker. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)prüft den Süßstoff Aspartam momentan noch einmal auf mögliche Nebenwirkungen.

Cyclamat (E 952) Ist ungefähr 35-mal so süß wie normaler Zucker. Cyclamat wird häufig mit anderen Süßstoffen kombiniert.

Saccharin (E 954) Kann 300- bis 700-mal süßer als Zucker sein. Der älteste Süßstoff wird aus Toluol (in Erdöl) gemacht.

Sucralose (E 955) Hat Pi mal Daumen die 600-fache Süßkraft von Saccharose. Gewonnen wird er durch die Chlorierung von herkömmlichem Haushaltszucker.

Stevia (E 960) Wird aus einem Extrakt der südamerikanischen Stevia-Pflanze gezogen. Bis zu 450-fache Zucker-Süßkraft.

Fazit zum Thema Zucker

Es gibt keinen Grund, Zucker generell zu verteufeln. Besonders für Sportler ist er sogar wichtig, denn er verbessert Muskelaufbau und Leistung. Wer mit Übergewicht zu kämpfen hat, sollte Alternativen testen. „Achten Sie vor allem bei Getränken auf den Zuckergehalt und sparen Sie dort ein“, rät Ernährungsmediziner Hauner. So entgehen Sie dem metabolischen Syndrom und sämtlichen Folgeerkrankungen. Verzichten Sie lieber auf etwas Süßes, als am Ende eine bittere Pille schlucken zu müssen.

Quelle: 09.03.2016 Rufus Rieder | MensHealth.de 

Zuckerkrankheit: mit Sport gegen Diabetes

Radeln Sie sich gesund! Mit Sport können Betroffene Diabetes in den Griff bekommen – © Shutterstock / Dudarev Mikhail
Diabetes betrifft vor allem Männer, soweit die schlechte Nachricht. Die gute: Durch Sport bekommen Sie die Krankheit in Griff

Laut Robert-Koch-Institut lebten 2005 bereits mehr als 4,5 Millionen Deutsche mit Diabetes. In der Vergangenheit stieg die Zahl der Betroffenen um 3 Prozent pro Jahr. „Inzwischen ist jeder 5. Mann zwischen 60 und 64 Jahren Diabetiker“, erzählt Professor Bernhard Böhm vom Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Ulm. Jeden Tag erkranken mehr als 700 Menschen an Typ-2-Diabetes. Das sind 270 000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 2030 weltweit mehr als 500 Millionen Menschen an Diabetes leiden werden. Die Zuckerkrankheit ist zur Pandemie geworden. 


Diabetes: Ein Erfahrungsbericht

Wer sich traut, die riskanteste Formel-1-Strecke der Welt mit dem Rad zu fahren, hat die letzten Wochen nicht viel Zeit auf dem Sofa verbracht. Das 24-Stunden-Radrennen auf dem Nürburgring zählt zu den härtesten in Deutschland. Eine Runde ist 24 Kilometer lang, 72 Kurven und 500 Höhenmeter verlangen den Sportlern alles ab.

Thomas sitzt auf seinem Bike und jagt über den Asphalt, auf dem die Bremsspuren langsam in der Dunkelheit verschwinden. Er wird auch noch fahren, wenn es längst wieder hell ist. In einem 4er-Team, in dem ein Fahrer kurzfristig abgesprungen ist. Das allein dürfte für viele schon bemerkenswert sein. Das Besondere für Thomas ist aber, dass er an diesem Wochenende 7-mal die Ziellinie überqueren wird, ohne sich eine einzige Insulin-Spritze gesetzt zu haben. Denn Thomas ist Diabetiker.

Jeder 5. Mann zwischen 60 und 64 ist Diabetiker
Diabetes, auch Zucker genannt, ist eine Stoffwechselkrankheit. „Dabei handelt es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels, bei der die Zellen des Körpers den im Blut transportierten Traubenzucker, die Glucose, nicht ausreichend aufnehmen können“, erklärt Professor Bernhard Böhm vom Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Ulm. Der Traubenzucker steht also den Zellen als Energiequelle nicht so zur Verfügung, wie er benötigt wird. „Das liegt daran, dass nicht genug Insulin vorhanden ist. Das Hormon sorgt dafür, dass die Glucose aus der Nahrung vom Blut in die Zellen transportiert wird und dem Körper genügend Energie, also Brennstoff, zur Verfügung steht“, sagt der Leiter der Endokrinologie, der seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt unter anderem auf Diabetes gelegt hat.

Mehrmals täglich Blutzucker messen gehört zum Pflichtprogramm  -  © Shuttertstock
Mehrmals täglich Blutzucker messen gehört zum Pflichtprogramm – © Shuttertstock


Als Thomas mit 29 Jahren die Diagnose bekam, da haute es ihn aus den Schuhen. „Der Schock war so groß, dass ich auf dem Weg vom Arzt nach Hause rechts ranfahren musste, weil mein Kreislauf in den Keller ging“, erzählt der 40-Jährige. „Damals dachte ich, dass nur Alte und Dicke Diabetes kriegen würden. Wie passte das zu mir?“ Thomas ist weder alt noch dick. Sein Hemd spannt nicht am Bauch, sondern an den Oberarmen. Keiner kann ihm sagen, wieso er Diabetes Typ 1 bekommen hat. Und wieso erst mit 29 Jahren. 

Diese Form von Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung und tritt normalerweise früher auf. Es werden erbliche Ursachen vermutet. Genau weiß das aber keiner. 

Diabetes im Alltag: Jedes Kohlenhydrat zählt

Thomas ernährt sich gesund und treibt Sport. Dass er die Ursache der Krankheit nicht kennt, ist ihm egal. „Das ist nicht relevant. Wichtig ist, dass ich damit zurechtkommen muss.“ Nach der Diagnose verbrachte er 10 Tage im Krankenhaus, wo er lernte, mit der Krankheit in Zukunft umzugehen. Seitdem misst Thomas 5- bis 6-mal jeden Tag seinen Blutzuckerspiegel. Sein Leben spielt sich nun in Einheiten ab. „Am Anfang habe ich jedes Lebensmittel genau gewogen, habe auf jeder Saftpackung geschaut, wie viele Kohlenhydrate da drin sind“, erzählt er.

Als Berechnungseinheit dient die Broteinheit (BE), die nicht nur etwas mit Brot zu tun hat, sondern allgemein mit Kohlenhydraten in Speisen. Eine Broteinheit hat 10 bis 12 Gramm Kohlenhydrate. Für eine Broteinheit spritzt er sich eine Insulineinheit. Als Banker kann Thomas mit Zahlen umgehen. Etwa 3-mal am Tag holt er das schwarze Etui heraus, in dem er die Spritze aufbewahrt. Die Nadel sticht er sich in den Bauch.

„Es gibt Stellen, da tut es weh, als würde der Zahnarzt auf einen Nerv bohren. Meist ist es aber harmlos.“ Das Insulin, das Thomas nimmt, wirkt schnell – es erreicht seine Maximalwirkung ungefähr nach 1 Stunde und hält zirka 4 Stunden an. Für die Nacht spritzt er ein Insulin, das länger anhält. Er hat sich längst mit der Situation arrangiert. Denn es ist wie oft im Leben: Es hätte schlimmer kommen können.

Zucker. Das hört sich süß an, ist aber bitterer Ernst. Bleibt die Glucose im Blut, erhöht sich der Blutzuckerwert, und das kann böse enden. Mögliche Folgen: Adern verstopfen, Nerven veröden, Nieren versagen, Augen erblinden. Außerdem erhöht sich grundsätzlich die Sterblichkeit bei Vorliegen beider Diabetes-Typen erheblich. „Der Verlust an Lebensqualität und -jahren ist im Schnitt sogar höher als durch Krebs“, sagt Böhm. Diabetes ist wie ein Sack voller Steine für einen Ertrinkenden. Es geht noch schneller runter. „Die Wahrscheinlichkeit, etwa durch eine Lungenentzündung zu sterben, erhöht sich um bis das 2-Fache, wenn der Betroffene Diabetiker ist. Die tödliche Spirale gibt es auch bei anderen Krankheiten.“

Mit Sport gegen die Zuckerkrankheit: Diabetes im Griff mit Sport und Bewegung

Die Vereinten Nationen stufen Diabetes inzwischen sogar als so gravierend ein wie HIV oder Kriege. Das ist gar nicht süß. Aber wie wird die Krankheit bekämpft? Am besten, bevor sie da ist, durch ausgewogene Ernährung und Bewegung. Ist Diabetes aber erst mal diagnostiziert, muss der Patient sich damit abfinden, dass es derzeit keine Heilung gibt. Dafür lässt sich Diabetes gut in den Griff bekommen. Durch Sport und Bewegung.

Mit Radsport gegen Diabetes  -  © Shutterstock
Mit Radsport gegen Diabetes – © Shutterstock

„Sport verlängert das Leben“, sagt Diabetes-Experte Böhm. „Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Blutfette und den Blutdruck, was die Gefäße und das Herz freut. Die Zellen reagieren sensibler auf Insulin, Glucose wird verbraucht und fließt in den Muskel. “Dadurch sinkt der Blutzucker – wie bei Thomas.

Sein erstes Rennrad kaufte er sich mit 14. Seitdem sitzt er mal mehr, mal weniger auf dem Sattel. „In meiner Höchstphase bin ich alle 2 Wochen einen Tag zirka 200 Kilometer unterwegs gewesen. Im Moment fahre ich oft mit dem Rad zur Arbeit, das sind rund 25 Kilometer pro Tag“, erzählt er. „Sonntags sind es noch mal 60 bis 120 Kilometer. “Vor ein paar Jahren ist Thomas bei den Hamburger Vattenfall Cyclassics die 100 Kilometer in 2,5 Stunden gefahren. Mit einem Schnitt von etwa 40 Kilometern pro Stunde war er unter den besten 10 Prozent im Teilnehmerfeld. 

Seit 6 Jahren ist Thomas Mitglied in dem Hamburger Verein Entscheidendes Bewegen. Eine Initiative, die für radsportbegeisterte Diabetiker gegründet wurde. Die Mitglieder können von diversen Workshops profitieren, etwa über herzfrequenzgesteuerte Belastung mit unterschiedlichen Intensitäten und deren Einfluss auf den Glucose-Stoffwechsel. Gemeinsam mit Nicht-Diabetikern nimmt der Verein jährlich an den Cyclassics und dem 24-Stunden-Radrennen auf dem Nürburgring teil, wo das Team sogar eine eigene Box hat.


Größte Gefahr für Diabetiker: Der Blutzuckerwert schlägt aus

Thomas tritt seit Jahren in einem 4er-Team an. Das heißt 1 Stunde fahren und 3 Stunden Pause, 6-mal nacheinander. „In einer Runde verbrenne ich um die 1000 Kalorien“, sagt Thomas. „Da muss ich genau schauen, dass ich genug esse, damit ich nicht vom Rad kippe.“ Bei Diabetikern besteht die Gefahr, dass ihr Blutzuckerwert stark nach oben oder unten ausschlägt – beides ist gefährlich. Bei einer Unterzuckerung können Betroffene schnell bewusstlos werden, bei einer Überzuckerung sogar ins Koma fallen.

„Radfahren hat den Vorteil, dass es sich meist um eine zyklische Belastung handelt“, so Internist Böhm. Ähnlich wie beim Laufen. Das heißt, es gibt wenig Belastungsspitzen, und die Geschwindigkeit ist dosierbar – wenn der Sportler nicht gerade um den 1. Platz kämpft. Sportarten wie Fußball oder Tennis sind dagegen nicht einfach einzuschätzen, da der persönliche Einsatz stark an den Fähigkeiten des Gegners hängt. Extremsportarten  wie Tauchen oder Fallschirmspringen sind für Diabetiker nicht zu empfehlen, da es währenddessen schwer möglich ist, den Blutzuckerwert zu kontrollieren.

Muskelaufbau gegen Zucker: Krafttraining am effektivsten gegen Diabetes

Krafttraining ist am effektivsten gegen Diabetes  -       © Shutterstock
Krafttraining ist am effektivsten gegen Diabetes – © Shutterstock

Diabetikern fehlt Eisen – nicht in der Nahrung, sondern in den Händen. Dass eine aerobe Belastung durch Ausdauertraining bei der Prävention und Therapie bedeutsam sind, ist schon seit vielen Jahren unbestritten. Relativ neu sind die Erkenntnisse dagegen bei Hantelübungen. „Krafttraining ist ein wichtiges Element im Kampf gegen Diabetes“, sagt Dr. Stephan Geisler von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Erst vor kurzem wurde die Bedeutung von Krafttraining belegt.

„Es konnte bei Typ-2-Diabetikern eine durchschnittliche Senkung des Langzeitzuckerwerts von zirka 0,6 Prozent verzeichnet werden“, erklärt der Sportwissenschaftler, der vor allem an Studien über die Wirkung von Krafttraining auf Typ-2-Diabetes arbeitet. „Dieser Wert hört sich klein an. Ist er aber nicht, da der Langzeitzuckerwert insgesamt nicht höher als 6 Prozent sein sollte. Hanteltraining ist vermutlich sogar noch effektiver als Ausdauertraining, weil die Muskeln durch das Training vergrößert werden.“ Die Rechnung ist leicht: „Je mehr Muskelmasse jemand hat, desto mehr Zucker kann er verstoffwechseln.“ Gerade im hohen Alter oder bei Patienten mit Begleiterkrankungen ist Krafttraining womöglich die einzige Möglichkeit zu regelmäßiger körperlicher Aktivität.

Krafttraining ist am effektivsten, wenn es mindestens 3-mal in der Woche stattfindet und alle großen Muskelgruppen berücksichtigt werden – bei moderater bis hoher Intensität (70 bis 80 Prozent des einmaligen Wiederholungsmaximums). „Höhere Intensitäten sind effektiver, aber nicht für alle Betroffenen umsetzbar. Bevor ein Diabetiker überhaupt eine Hantel in die Hand nimmt, sollte er sich von Experten beraten lassen“, empfiehlt Sport-wissenschaftler Geisler. Denn Diabetiker sind Risikopatienten und sollten sich behutsam herantasten.

Auch Diabetiker können aktiven Leistungssport betreiben

Erste Erfolge sind einfach zu erzielen. Eine Bushaltestelle vorher aussteigen und den Rest laufen. Oder die Treppe anstelle des Lifts nehmen. Wenig Aufwand, um auf Dauer einen wichtigen Faktor für den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen. Eine weitere Erkenntnis: Für Diabetiker gelten dieselben Leistungsgrenzen wie für gesunde Sportler.

Als Diabetiker kann man sogar im Leistungssport aktiv sein, wie Gewicht-heber und Olympiasieger Matthias Steiner eindrucksvoll beweist. Den Ehrgeiz, etwa bei den Cyclassics ganz vorn mitzufahren, hat Thomas nie entwickelt. „Für mich ist der Spaß in der Gruppe am wichtigsten“, meint er. Vielleicht würde Thomas nicht jedes Jahr an 3 Rennen teilnehmen, wenn er besessen auf jede Sekunde achten würde. Vielleicht würde ihm sogar der Spaß am Training vergehen. An den Wochenenden fährt er oftmals allein.

Andere Fahrer für den Windschatten sind nicht das Einzige, was fehlt. Das kleine Etui, in dem Thomas seine Spritze und sein Messgerät aufbewahrt, ist auch nicht dabei. Weil beim Radfahrern jedes Gramm zählt? Hat er es vergessen? Aus medizinischer Sicht sollte Thomas jede Stunde eine Messung vornehmen, wenn er Sport macht. Seit 11 Jahren ignoriert er das. Aber warum? „Ich brauche beim Sport kein Insulin, weil die Kohlenhydrate dabei abgebaut werden. Zu hoch wird mein Blutzucker also nicht. Sollte er zu niedrig werden, merke ich das, weil meine Beine nicht mehr können“, erzählt er. Dann schiebt er nach: „In dem Fall esse ich eben etwas.“ Aber auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit.

Nur wenn Thomas auf dem Rad sitzt und die Landschaft an ihm vorbeizieht, ist sein Kopf frei. Denkt er keine Zehntelsekunde über seine Krankheit nach. Bereits auf den ersten Metern seiner Trainingsstrecke hängt er die Gedanken an sein Insulinproblem ab. Angetrieben wird er dabei auch von einem anderen Wirkstoff. Einem Hormon, von dem sein Körper mehr als genug produziert: Adrenalin.

Diabetes Mellitus: Diabetes Typ 1

Grob gesehen gibt zwei Arten von Diabetes, Typ 1 und 2. Der kleinere Teil Diabtes-Erkrankter leidet unter Typ 1. Der so genannte Diabetes Mellitus  ist in der Regel genetisch bedingt

Die Ursache für Diabetes Typ 1 liegt oft in den Genen  -  © Shutterstock
Die Ursache für Diabetes Typ 1 liegt oft in den Genen – © Shutterstock

Etwa 10 Prozent der Diabetiker gehören zum Typ 1. Symptome beginnen häufig schon in der Kindheit, die Ursache ist vermutlich genetisch. Das Immunsystem zerstört die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die dafür verantwortlich sind, Insulin zu produzieren. Dies macht sich zunächst mal in Situationen bemerkbar, in denen ein hoher Bedarf an Insulin besteht, zum Beispiel bei Mahlzeiten. Betroffene fühlen sich etwa angeschlagen, sie haben Konzentrationsstörungen, leiden unter Sehstörungen. 

Mit der Zeit reicht dann die körpereigene Insulinproduktion nicht mehr für die Grundversorgung des Körpers aus. Der stark erhöhte Blutzuckergehalt führt zu einem Wasser- und Nährstoffverlust, die Folgen sind anhaltender Durst und häufiges Erbrechen. Typ-1-Diabetiker sind in der Regel nicht übergewichtig, sondern meistens normal-, manchmal auch untergewichtig. In der Anfangsphase fällt den Betroffenen mitunter eine Gewichtsabnahme auf, die auf Einschmelzung von Körperfett zurückzuführen ist.

Diabetes Mellitus: Ursache für Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 wird gewöhnlich durch die Kombi Übergewicht und mangelende Bewegung ausgelöst. Daher trifft es in der Regel Erwachsene, aber mittlerweile zunehmend auch Jüngere

Als Hauptursache für Diabetes 2 gilt vor allem falsche Ernährung in Verbindung mit zu wenig Bewegung. Das trifft auf ungefähr 90 Prozent aller Diabetes-Patienten zu. Betroffene sind in der Regel bereits erwachsen und mehr oder weniger stark über-gewichtig. Jedoch erkranken auch immer öfter junge Menschen und sogar Kinder an diesem Diabetes-Typ.

Diabetes Typ 2 ist die Krankheit der stark Übergewichtigen  -  © Shutterstock
Diabetes Typ 2 ist die Krankheit der stark Übergewichtigen – © Shutterstock

Problematisch ist hier nicht die Störung der Insulinbildung, sondern die Störung der Insulinwirkung. Das bedeutet, obwohl der Körper Insulin ausschüttet, reagieren die Körperzellen nicht mehr mit der Aufnahme und Verwertung von Glucose. Folge: Der Körper produziert noch größere Mengen Insulin, um diese Resistenz zu kompensieren und den Körperzellen die Glucose zukommen zu lassen. Das geht aber nur eine begrenzte Zeit gut.

Irgendwann erschöpft sich die Bauchspeicheldrüse, sie produziert immer weniger, zudem werden die Zellen immer unempfindlicher für das Insulin. Nach Jahren führt das so weit, dass zu wenig Insulin produziert wird, die Glucose immer schlechter abgebaut wird und der Blutzucker steigt. Patienten sind auf von außen zugeführtes Insulin angewiesen.